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Johannes Albers "Deutsche Briefmarken 1925 - 1985"

15.01. - 16.04.2016

Manchmal stürzen die Kulissen ein. Aufstehen, Straßenbahn, vier Stunden im Büro, Stulle, Straßenbahn, vier Stunden Arbeit, Döner, Bierchen, Schlafen, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, immer derselbe Rhythmus – das ist sehr lange ein bequemer Weg. Eines Tages aber steht das „Warum“ da, und mit diesem Überdruss, in den sich Erstaunen mischt, fängt alles an.*

Die neue Ausstellung von Johannes Albers in der Michael Fuchs Galerie weckt Neugier bei den nichts-ahnenden  Zuschauern. Nachdenklich schauen sie hin. Und dann passiert es - sie fragen sich „Warum“. Diese grundlegende Frage ist der Ausgangspunkt des Künstlers. Die Frage nach dem „Warum“ ist eines der zentralen Rätsel der Philosophie. Wir sind besessen von ihr, und deshalb quälen wir uns immer wieder mit dem vergeblichen Versuch diese unlösbare Frage zu beantworten. Einst glaubten wir das „Warum“ mit Logik und technologischem Fortschritt aufklären zu können. Die Welt aber hat kein Sinn. Albers Kunst kreist um das Enigma des „Warum“ und wie man sich damit zurechtfindet.

Das facettenreiche Œuvre umfasst unter anderem Gemälde, Installationen und found objects. Die Kunstwerke zeichnen sich sowohl durch ihre reduzierte Natur, als auch durch ihre sinnliche und physische Qualität aus. Dabei stellen sie die menschliche Wahrnehmung in Frage. Oft ist es das Spiel mit den Maßstäben, welches für die Aussage eines Werkes entscheidend ist. Sogenannte found objects werden nicht bloß auf einem Sockel platziert, wie z.B. in der Tradition des ready made (Marcel Duchamp), sondern Albers setzt seine Objekte der Transformation aus. Der Künstler entfernt found objects aus ihrer natürlichen Umgebung, gestaltet sie um und gibt somit seinen Gegenständen eine neue Bedeutung. Wachstum (2010, Stein, Karton, Anzeige, 162 x 67 x 60 cm, auf einem Sockel) zeugt von diesem Verwandlungsprozess. Außerdem schafft Albers auch Kunstgegenstände, die eine Illusion der Räumlichkeit vermitteln. Healing (2010, Plexiglas, Miniaturstraßenlampe, Akku, künstlicher Schnee, Wasser, 152 x 140 x 140 mm) ist der Schauplatz einer winzigen Landschaft, den man in beiden Händen halten kann. Die Setzung erinnert an eine Schneekugel und ist ein Testament der Zeit – die Zeit, die nötig ist, damit Alles besser werden kann. Menschen leben in der Hoffnung auf Besserung. Die neue Ausstellung Deutsche Briefmarken 1925 – 1985 springt noch mehr in die Hoffnungslosigkeit des Absurden. Denn der Wahnsinn fängt laut Albers da an, wo Menschen in einer dysfunktionalen Welt versuchen zu funktionieren. 

Johannes Albers, geboren 1966 in Emsland, wohnt und arbeitet in Berlin. Mit einundzwanzig ging er nach London, wo er am Goldsmiths College aufgenommen wurde. Dort unterrichtete ihn der renommierte Professor Michael Craig-Martin

* Anpassung aus: Albert Camus Der Mythos des Sisyphos (Original Text 1942)


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