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CANDICE BREITZ: SEX WORK
Im Dialog mit Werken von William N. Copley aus der Sammlung Frieder Burda

21. September 2018 bis 05. Januar 2019

Im Kontext der #MeToo-Debatte spannt die aktuelle Ausstellung im Salon Berlin einen diskursiven Borgen von William N. Copley (1919-1996), einen Vorläufer der Pop Art, bis zu der südafrikanischen Videokünstlerin Candice Breitz (*1972). Beide Positionen wenden sich gegen die Diskriminierung von Sexarbeit - jedoch völlig unterschiedlichen Perspektiven.

William N. Copley, ein autodidaktischer Vorläufer der Pop Art, war von Frauen, besonders von Sexarbeiterinnen bis zu Obsession fasziniert. Während seiner gesamten Laufbahn malte und zeichnete er in seinem typisch ornamentalen und karikaturhaften Stil erotsiche, gesichtslose Akte, in denen er sexuelle, häufig bezahlte Musen stilisiert und fetischisiert. 1966 widmet er mit Projects for Monuments to the Unknown Wore diesem Thema eine ganze Ausstellung. Doch auch wenn er sich gegen die Diskriminierung und gesellschaftliche Ächtung der Sexarbeiterinnen wendet, stehen seine unkonventionellen Bilder trotzdem in der klassischen, vom männlichen Blick dominierten Malereitradition.  

In Candice Breitz´s Videoinstallationen TDLR (2017) und Sweat (2018) haben Sex-Worker hingegen eine Stimme. Sie stellen die Situation aus Ihrer Sicht dar und zugleich wird die Utopie einer weniger patriarchalischen und gewalttätigen Zukunft angedeutet. In dem Archiv, das im Zentrum von TDLR steht, sind die Besucher eingeladen, Zeit mit einer Reihe intimer dokumentarischer Interviews zu verbringen, über die die Erfahrungsberichte von zehn Sexarbeiterinnen zu hören sind. Im zweiten Raum der Installation besetzt ein 12-Jähriger Erzähler den zentralen Bildschirm einer Drei-Kanal-Projektion. Er erzählt eine wahre Geschichte aus der jüngeren Vergangenheit und erinnert lebhaft an einen ideologischen Kampf, der Feministinnen gegen Feministinnen und die Menschenrechtsorganisation Amnesty International gegen eine unbeholfene Koalition prominenter Hollywood Schauspielerinnen und Abolitionisten der Sexarbeit gegeneinanderstellte. Ein griechischer Chor (bestehenden aus denselben Sexarbeiter-Aktivistinnen, deren Interviews in TDLR erscheinen) reagiert auf die Geschichte während Sie sich entfaltet und kommentiert und animiert zugleich die Worte des Jungen auf dem Bildschirm zu seiner Linken und Rechten. TDLR und Sweat sind aus einem intensiven Workshop mit der vorgestellten Gemeinschaft entstanden kontinuierlichen Gespräch Breitz und der gemeinnützigen Organisation SWEAT (Sex Workers Education & Advocacy Taskforce, Kapstadt) ermöglichst.        

MUSEUM FRIEDER BURDA | Salon Berlin

Donnerstag bis Samstag 12 - 18 Uhr
sowie nach Vereinbarung unter salon@museum-frieder-burda.de
T +49 30 240 47 404
salon(at)museum-frieder-burda.de
www.museum-frieder-burda.de 

Eintritt frei
Kostenfreie Führungen während der Öffnungszeiten.

 

 

 

 

 

 

Candice Breitz, TLDR, 2017. Still, here: Connie. 13-Channel Installation. Commissioned by the B3 Biennial of the Moving Image, Frankfurt. Courtesy: the artist and KOW (Berlin).